Positionen

Grundsatzprogramm der GEWI – Unsere Ziele, unsere hochschulpolitische Ausrichtung.

1. Zielsetzung

Die primäre Zielsetzung der GEWI ist die Etablierung einer partei- und ideologieunabhängigen, pragmatischen Studierendenvertretung. Der AStA und die Hochschulpolitik allgemein haben in unseren Augen die Aufgabe, sich auf den Studentenalltag zu fokussieren um das Lernen, Lehren und Leben an der Universität so unkompliziert und erfüllend wie möglich zu gestalten. Unser Anliegen ist daher, dass der AStA seinem eigent­lichen Zweck gemäß handeln und die Interessen der gesamten Studierendenschaft vertreten soll, anstatt im Sinne übergeordneter Parteien oder sonstiger politischer Gruppierungen zu agieren und auf diese Weise aus den Augen zu verlieren, was für die Studierenden insgesamt objektiv das Sinn­vollste ist. Zudem gehört zu unseren Zielen, die wissenschaftlichen Inhalte unserer Fachbereiche auch über die Hörsäle und Seminarräume hinaus in das studentische Leben zu integrieren, um der Studierendenschaft Bildung in all ihren Facetten zugänglich machen zu können.

2. Politische Ausrichtung & Bildung

Die GEWI ist weder einem übergeordneten Parteiprogramm noch einer dogmatischen Ideologie verpflichtet. Im politischen Alltag, so auch innerhalb der Hochschulpolitik der RUB, wird überwiegend in der schlichten Kategorie des Gegensatzes Links-Rechts gedacht und geurteilt – wir hingegen sind der Ansicht, dass diese Kategorisierung vollkommen unzulänglich ist, um die aktuelle politische Realität adäquat zu beschreiben. Zudem baut sich auf dem Fundament einer solchen simplen Zweiteilung häufig ein Weltbild auf, in dem es politisch nur noch eine gute und eine schlechte Seite gibt. Die in einer solchen festgefahrenen Weltanschauung befangenen Personen sind nicht mehr in der Lage, eine andere Meinung als die eigene als relevant zu betrachten oder die eigenen Ansichten und Vorgehensweisen von einem politisch-ethischen Standpunkt aus selbstkritisch zu beurteilen und zu hinterfragen.
Die GEWI ist somit weder links noch rechts; vielmehr halten wir eine solche vereinfachende und verfälschende Zweiteilung für überwindbar. Gerade deswegen ist die GEWI alles andere als unpolitisch: Hauptziel der politischen Bildung im Universitätsalltag ist in unseren Augen die Vermittlung kritischer, hinterfragender Methoden sowie die ideologisch ungebundene Analyse politischer Sachverhalte, um so die Bedingungen der Möglichkeit freier, dabei jedoch verantwortungsbewusster politischer Meinungs- und Willensbildung jenseits stupider Schwarz-Weiß-Weltbilder zu schaffen.

3. Kritikvermögen und Progressivität

Die Propagierung starrer Ideologien und Doktrinen tritt nicht selten gerade als explizit kritisch auf, wobei die Vertreter derartiger Ideologien dadurch auffallen, dass sie sich in ihrer Intoleranz gegenüber andersartigen Meinungen grundsätzlich nicht kritisieren lassen wollen bzw. kritische Stimmen gegen sich arroganterweise von vornherein als unqualifiziert abtun. Hierbei wird übersehen, dass ein dogmatisches, als unhinterfragbar geltendes Fundament im Fall entsprechender Ideologien stets Geltung besitzt. Ebensolche Doktrinen würden in letzter Konsequenz jede politisch freidenkende Strömung unterdrücken und die Etablierung einer rationalen, verantwortungsbasierten politischen Ethik unmöglich machen.
Genau hier versuchen wir als GEWI durch Aufklärung und ideologisch ungebundenes Denken entgegen zu wirken, um den bisherigen Zustand der Hochschulpolitik grundlegend zu verändern. Daher sehen wir uns innerhalb der Universitätspolitik der RUB als primär progressive Kraft und weisen die unfundierten Vorwürfe zurück, als nicht explizit linke Hochschulgruppe wären wir zugleich konservativ.

4. Verdrossenheit der Studierenden gegenüber Hochschulpolitik abbauen

Nur ein Bruchteil der Studierenden der RUB beteiligt sich an der alljährlichen StuPa-Wahl im Dezember.  Diese enorm niedrige Wahlbeteiligung lässt das Desinteresse der meisten Studierenden bezüglich Universitätsverwaltung und -politik erkennen. Was von vielen nicht bedacht wird: Die Hochschulpolitik zementiert für uns alle die Rahmenbedingungen:  Für unsere Lehre, den universitären Alltag und die Verwendung unserer Semesterbeiträge! Wir haben durch die unterschiedlichen Gremien und Wahlen die Möglichkeit, aktiv Einfluss zu nehmen;  Planungenprozesse und Umsetzungen kritisch zu begleiten und die Sicht der Studierendenschaft gegenüber der Verwaltung zu vertreten.

5. Gegen die Förderung politischer Initiativen außerhalb des Campus

Wir treten entschieden gegen die Förderung politischer Initiativen ein, die durch studentische Beiträge finanziert werden, dabei jedoch deutlich dem Interesse der Studierendenschaft entgegengesetzt sind. Bei den finanziell von früheren ASten unterstützten politischen Organisationen und Einrichtungen handelte es sich in aller Regel um radikale, ideologisch stark gebundene und mehrheitsfeindliche Gruppierungen, die gegen die Gesellschaftsordnung, die ihre Existenz überhaupt erst ermöglicht, teilweise gewaltbereit agieren und die auf einen Großteil der Studierendenschaft ohnehin abschreckend wirken. Eine solche Förderung politischer Initiativen kann unmöglich im Sinne der Studierendenschaft im Gesamten sein.
Die politische Weiterbildung der Studierendenschaft ist in unseren Augen dennoch nicht verzichtbar, sofern sie den Studierenden insgesamt zugute kommt: Wir plädieren daher für ideologisch unvoreingenommene, vernunftbasierte politische Aufklärungsaktionen auf dem Campus – auch über menschenverachtende politische Systeme, die sich die momentan etablierten Hochschulgruppen oft zum Vorbild nehmen.

6. Campussanierung und Ökologie

Die RUB soll nicht nur ein Lernort sein, sondern muss den Studierenden auch ein Umfeld bieten, in dem man sich wohlfühlen kann. Gerade angesichts der abertausenden Tonnen von Beton, aus denen sie errichtet ist, dürfen daher Grünflächen und Rückzugsorte, an denen man dem allgegen­wärtigen Baustoff mal entkommen kann, nicht zu kurz kommen. Bei Um- und Neubauten werden wir daher der Universitätsverwaltung auf die Finger schauen und darauf achten, dass sich nicht Klotz an Klotz reiht. Die RUB als Campusuni ist gegenüber innerstädtischen Unis in der komfor­tablen Lage, auch das Umfeld der Lehrgebäude selbst gestalten zu können. Dieser Vorteil darf nicht ungenutzt bleiben.

Noch wichtiger ist, dass die Uni nicht krank macht. Es ist schockierend, dass nun zwei Gebäude aufgrund hoher PCB-Belastung abgerissen werden müssen. Eine Giftstoffbeseitigung als erste Maß­nahme läuft zwar nun auch in der G-Reihe an; jedoch wird diese nur etappenweise und daher nur langsam von statten gehen. Hier muss eine Beschleunigung her, die zum Beispiel durch mehr Über­gangsräume umgesetzt werden kann. Um die Wiederholung einer solch desaströsen Situation auszuschließen, muss die Uni auf ökologische Baustoffe setzten, da jedes synthetische Material sich mittelfristig als gesundheitsschädlich herausstellen kann. Finanzielle Aspekte können dabei kein Argument sein, da ein Neubau der Uni alle paar Jahrzehnte in jedem Fall teurer ist.

7. Förderung speziell geistes- und gesellschaftswissenschaftlicher Initiativen – mehr Kultur auf dem Campus

Um die Präsenz von Wissenschaft und Bildung auch der Freizeitgestaltung der Studierenden zugänglich machen zu können, gehört die Etablierung spezieller, im weitesten Sinne geistes- und gesellschaftswissenschaftlicher Aktivitäten außerhalb der Lehrveranstaltungen zu unseren Zielen. Hierzu zählen beispielsweise Lesekreise, in denen Klassiker, Neuerscheinungen und Geheimtipps thematisiert werden können, Poetry Slams, Sammelbände von Hausarbeiten, die Studierende ihren Kommilitonen zur Verfügung stellen möchten und vieles mehr. Auch für Studierende anderer Fachbereiche wäre ein solches vielfältiges Angebot interessant.

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